LEDA

Alfred Jarry

Operetta buffa in 1 Akt
 

Premiere:28.November 2011
Theater:Kabinetttheater Wien

Neuproduktion, ÖE

Fließtext: Besetzung: 
Komposition, ML:Eugène Michelangeli
Inszenierung:Thomas Reichert
Entwürfe, Skizzen:Helmut Pokornig
Leitung Werkstatt:Julia Reichert
Bühnenbilder, Figuren:Lukas Eder, Peter Fritzenwallner, Burgis Paier,
Roman Spiess, Thimo Striebel
Dramaturgie:Alexandra Millner
  
Gesangspartie Leda, Tyndar, Zeus:Anna Clare Hauf
Puppenspiel:Michaela Mahrhauser, Melanie Osan, Jennifer Podehl, Christian Schlechter
Akkordeon:Krassimir Sterev
  
Technik:Martin Kerschbaumer
  
Fotograf:Armin Bardel
Video:Kabinetttheater Wien

 

Fließtext: Stück: 

Alfred Jarrys Operetta buffa „Leda“ wurde 1900 in Paris uraufgeführt und galt lange als verschollen. Der 1976 wiederaufgetauchte Text wurde 1985 ins Deutsche übersetzt. Wir haben ihn überarbeitet, Eugène Michelangeli schuf dazu die Komposition. Jarry versieht darin die alte Geschichte von Leda und dem Schwan mit neuen, skurrilen Details, die nicht nur die Mythologie, sondern auch das zeitgenössische Publikum gehörig aufs Korn nehmen. Er gewährt Einblicke in die Tagesgeschäfte von Tyndar, dem König von Sparta, in die unheilbare Langeweile seiner Gemahlin Leda und demontiert das Sunnyboy-Image von Zeus.
Alexandra Millner

Fließtext: Texte: 

Leda: „Ich hatte Alpträume: diese für morgen anberaumte Anfrage betreffs der Abschaffung von Klapprädern für die Hopliten der Garde verfolgt mich bis in den Schlaf. Die sozialistische Partei wird aufmüpfig.“ Andererseits: Die gesellschaftlichen Verhältnisse wollen sich nicht weiterentwickeln. Sie lähmen letztendlich jeden Fortschritt, verkleben das öffentliche Leben, der Adel will nicht abtreten – bis es dann von einem auf den anderen Tag kracht und das19. Jahrhundert endlich in den Schützengräben untergeht.

 

DIE PANIK DER LANGEWEILE

Leda, dass Luxus Geschöpf, das, sagen wir einen Sommer investiert hat in Tanz und gutes Aussehen und bekommen hat was es wollte: eine Ehe auf gesellschaftlich höchster Ebene und Sicherheit in Form von Geld. Damit ist ihre Geschichte beendet, was bleibt ist Langeweile und die Angst unattraktiv und dick zu werden. Aus Langeweile zu naschen, Pralinen, Plätzchen.

Aber genau das ist es was sie am Schluss der Geschichte bekommen wird, ein Plätzchen. Und Plätzchen machen eben dick und wenn man davon auch noch schwanger wird, ganz besonders dick.
Thomas Reichert